Die sogenannte “Micro-Blogging”-Plattform Twitter hat mit schwindelerregender Raschheit Popularität und Mitglieder erlangt. Doch nach wie vor ist Twitter eher ein Thema für Web 2.0-affine Menschen und erlangt kaum Aufmerksamkeit durch die breite Masse. Dementspechend ist das Verständnis gering.
Aber was ist Twitter denn eigentlich und warum ist es angeblich so besonders?
Das Grundschema ist schnell erklärt: man kann Text mit maximal 140 Zeichen länge verfassen und diese absenden, woraufhin eine Kette der selbst verfassten Nachrichten entsteht. Häppchen von Informationen, denn “to twitter” heißt “zwitschern” und jeder Nutzer zwitschert in die Online-Welt, was er mag. (ausführliche Definition von Twitter)
Hier setzt die größte Kritik an Twitter an: welchen Nutzen haben Nachrichten über anderer Leute TÜV-Ergebnisse, Abendessen, Sockensuche usw.?
Die Kritik ist ganz einfach ein Missverständnis, der eigentlichen Faszination von Twitter. Es geht nicht um einzelne Nachrichten-Ketten, sondern um das Folgen und Gefolgt-Werden.
Twitters Zauber besteht darin, dass man die Nachrichten (“Tweets”) jedes Nutzers, der sie freigibt (was die Regel ist), zu sich holen, quasi abonnieren, kann und durch das gegenseitige Verfolgen der Twitterer uglaublich dynamische Netzwerke voller Informationen entstehen. So kann man bspw. einen vorrangig über die neuesten Apple-Produkte schreibenden Entwickler, Politiker (Barack Obama), Prominente (Ashton Kutcher) oder einfach interessante Mitmenschen verfolgen und durch nahezu zwangsläufig auftretende “eigene” Verfolger Teil eines Netzwerkes werden, dessen Grenzen längst nicht mehr abgeschätzt werden können.
Nachrichtenmagazine twittern ihre Schlagzeilen, mitunter sauber nach Sparten (Sport, Kultur, Politik) getrennt, Wetterdienste geben kurze, prägnante Vorhersagen, Künstler informieren über neuen Projekte: was man sucht, findet man auch.
Und schon längst ist Twitter auch als Marketing-Instrument entdeckt worden (mehr Infos bei Onlinemarketing Studien).
Twitter ist eine Welt dynamischer, unmittelbarer Informationen und hat bereits eine Mehrzahl anderer Plattformen, die nur auf Twitter basieren, inspiriert, z.B. den Bilder-Uploader TwitPic, welcher automatisch einen kurzen Link zum hochgeladenen Bild twittert. MicroPlaza hilft bei der Sondierung und Sortierung der Informationen, die getwittert werden und die TwitterMap zeigt, wer von wo aus twittert.
Längst hat sich das Twittern von der eigentlichen Domain gelöst. Man twittert über ausgefeilte Programme wie TweetDeck oder DestroyTwitter und natürlich auch mobil via iPhone-Applikation oder ganz einfach per SMS.
Twitter macht Informationen dynamisch, unmittelbar erfahrbar und jederzeit publizierbar. Das Internet hat eine neue Stufe der Direktheit erreicht.