Steht man vor einem Computer-Problem ist der Blick ins Internet wohl einer der ersten Wege, um sich Informationen und Lösungen zu suchen. Hier findet man in Textform Threads und Blogartikel, in denen das gleiche Problem besprochen wird. Immer öfter erstellen Computernutzer aber auch Hilfestellungen im Videoformat. Diese sogenannten Screencast, Videotutorials oder Videoanleitungen haben einen großen Vorteil. Der Hilfesuchende sieht den Desktop und das entsprechende Programm, um das es sich dreht und hört zudem zusätzliche Kommentare.
Möchte man selber einen solche Screencast aufnehmen und schneiden, muss das nicht immer mit zusätzlichen Kosten für Software verbunden sein. Kostenfreie Tools übernehmen diese Arbeit oftmals genau so gut wie teure Zusatzprogramme.
Meist beginnt die Arbeit mit der Aufzeichnung des Bildschrims ( Screencast ) während die zu erklärenden Programme genutzt werden. Damit die Qualität des Videotutorials nicht schon hier erhebliche Einbußen hinnehmen muss, sollte das abfilmen des Monitors nicht mit einer üblichen Videokamera vollzogen werden. Screencapture-Software zeichnet den ganzen oder selbstgewählte Teile des Desktops auf und speichert diese bspw. in einer AVI-Datei.
CamStudio (http://camstudio.org) ist ein solches Tool und zudem kostenfrei nutzbar. Die Software zeichnet nicht nur das Video auf, sondern bei Bedarf auch den Ton. Dazu benutzt man am besten ein an den Computer angeschlosssenes Mikrofon. Ganz besonders praktisch ist die Pause-Funktion. Den Screencast kann man damit in Abschnitten aufnehmen und dennoch erstellt CamStudio am Ende eine ganze AVI-Datei. Unter Mac OS X ist IShowU (http://www.shinywhitebox.com/ishowuhd/main.html) und unter Linux recordmydesktop (http://wiki.ubuntuusers.de/recordMyDesktop) vergleichbare Software.
Im nächsten Schritt ist es unter Umständen nötig, die Datei des Screencapture-Programms in ein für die Videoschnittsoftware verständliches Format umzuwandeln. Hier bieten sich der vielseitige Video- und Audiokonverter SUPER oder AnyVideoConverter an, die auf den Online-Seiten großer Computerzeitschriften zu finden sind. Für Mac-OS-X- und Linux-User gibt es auf diesem Gebiet Handbrake (http://handbrake.fr). Wer auch auf der Linux-Konsole gut zurecht kommt, dem sei mencoder empfohlen.
Im letzten Schritt scheidet man den Screencast noch zurecht damit dieser nicht zu lang ist und womöglich für Langeweile sorgt. Außerdem kann man noch bspw. einen Titel und einen Abspann einfügen, hebt Teile des Videos hervor, zoomt heran und gestaltet Übergänge zwischen zwei Szenen. Hier stehen neben dem Windows Live Movie Maker und Pinnacle Video Spin auch kostenfreie Alternativen für den Hobby-Cutter bereit. Avidemux und VirtualDub sind dabei zwei Kandidaten, die zwar über einige Features zum Verändern des Videomaterials mitbringen, aber bspw. keinen Vorspann in Form von Text ermöglichen. Die Programme gehören auch zum Softwareumfang einer Linux-Distribution, genauso wie das mächtige Cinelerra. Cinelerra (http://cinelerra.org/) ist ein sehr umfangreiches OpenSource-Tool zu Videoschnitt und -bearbeitung, welches auch mehrere Audio- und Videospuren beherrscht. Für Mac-OS-X-User steht iMovie als Pendant zu Microsofts Windows Movie Maker bereit.