Überall trifft man auf sie: Werbung für Browsergames und manch einer fragt sich, wie sich diese als kostenlos angepriesenen Spiele überhaupt für deren Hersteller finanziell lohnen können. Dass dieses Feld anscheinend recht profitabel sein muss, zeigt sich nicht nur daran, dass immer mehr Browserspiele entwickelt werden, sondern dass der Markt hierfür rasant wächst. Wie das dahinterstehende Geschäftsmodell funktioniert und welche Titel den Markt dominieren, erfahren sie im folgenden Artikel.
Bigpoint so heißt der in Europa dominierende deutsche Hersteller für Onlinegames. Vor kurzem wurden 50% dieser Firma an amerikanische Investoren im Wert von sagenhaften 350 Millionen $ verkauft. Doch warum zahlt eine US-Firma so viel für ein deutsches Unternehmen und warum und vor allem wie schafft es Bigpoint so erfolgreich zu sein.
Das Geschäftsmodell mit dem Bigpoint arbeitet ist recht simpel: Beim sogenannten Free-to-play-Geschäftsmodell ist prinzipiell das Spielen kostenlos, aber um an bestimmte für das Spiel notwendige Güter wie z.B. bessere Waffen, Schutzschilde oder auch Getreide zu gelangen, muss der Spieler mit harten Euros bezahlen. Zwar betont der Hersteller, dass auch Spieler, die rein kostenlos das Spiel betreiben, Erfolg haben könnten, aber im selben Atemzug wird auch zugegeben, dass man besser vorankommt, wenn man sich diese zusätzlichen Accessoires gegen Bares kauft.
Der Klassiker unter solchen Spielen ist sicherlich das in das soziale Netzwerk Facebook integrierte Spiel „Farmville“, bei dem der Nutzer seinen eigenen Hof bewirtschaften muss. Ebenso erfolgreich ist z.B. das mittlerweile 5 Jahre alte Spiel „Seafight“ der Firma Bigpoint, das den Spieler mit Piratenromantik weis zu locken. Mittlerweile sind z.B. bei Seafight ca. 35 Millionen Nutzer registriert (Stand: April 2011) und die Onlinespielegemeinde wächst stetig weiter. Dabei zeichnet sich besagter Titel durch ein einfaches Gameplay und eine recht einfache Grafik aus, die vor allem der Tatsache geschuldet ist, dass möglichst viele Nutzer in der Lage sein sollen, die Spiele zu spielen.
Überraschend ist vor allem auf diesem Feld der Spieleindustrie, dass sich ein deutscher Bewerber auf diesem Sektor durchgesetzt hat. Der Gründer der Bigpoint GmbH Heiko Hubertz erklärt dies damit, dass seine Firma verstünde, Spielkonzepte zu entwickeln, die beim westlichen Publikum ankämen und sich die asiatische Konkurrenz hierbei schwertun würde. Interessant ist dabei, dass dieses Geschäftsmodell von asiatischer Seite entwickelt wurde, um sich vor allem gegen die weitverbreitete Spielepiraterie schützen zu können. Angesichts der Umsätze in der Branche scheint dies gelungen zu sein.
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(Bei dem Foto handelt es sich um einen selbst erstellten Screenshot)