Der Begriff Netzneutralität ist sicherlich ein Terminus, der dem Otto-Normal-Internetnutzer nicht unbedingt geläufig sein muss, der aber einen tagtäglichen Einfluss auf den Surfvorgang eines jeden Nutzers hat. Bisher war dieses Desinteresse seitens des Verbrauchers auch nicht unberechtigt, denn niemand stellte dieses grundlegende Prinzip des Internets in Frage, aber in Zeiten von Internetflatrates sind die Webprovider auf der Suche nach neuen Einnahmequellen.
Der Begriff Netzneutralität meint eigentlich ein recht simples Prinzip: Jedes Datenpaket wird von den Internetprovidern seit Beginn des Internets gleichberechtigt und unverändert weitergeleitet. Dabei war es vollkommen egal, von wem diese Datenpakte stammten, an wen sie weitergeleitet werden sollten und welchen Inhalt sie zeigten. Gerade dieses Prinzip stellt einen Eckpfeiler des Internets dar, denn aufgrund dieser Gleichberechtigung hatte jede Webseite die gleiche Chance, Nutzer bzw. potenzielle Kunden zu erreichen. Dies ermöglichte z.B. vorher wenig bekannten Unternehmen mit einer zündenden Idee sich im Internet durchsetzen.
Dieses Grundprinzip wird zurzeit jedoch von den Internetprovidern hinterfragt, denn diese sind verzweifelt auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, Geld zu verdienen, denn in Zeiten von DSL-Flatrates lässt sich mit einem bloßen Webanschluss nur noch wenig Geld verdienen und die Branche hat deshalb nur noch beschränkte Wachstumsmöglichkeiten. Deshalb kamen die Provider auf die Idee, das Prinzip der Netzneutralität zu hinterfragen.
Dabei sieht das neue Geschäftsmodell vor, dass nicht mehr alle Datenpakete beim Transport gleichbehandelt werden sollen, sondern das Internet soll in ein „normales“ Internet und ein „Premium“-Internet aufgeteilt werden. Dabei soll der Kunde oder wahlweise ein Internetdienst wie z.B. das Videoportal YouTube, das auf ein schnelles Internet angewiesen ist, für eine schnelle Weiterleitung Geld bezahlen.
Wenn sich dieses Geschäftsmodell tatsächlich am Markt durchsetzen sollte, würde dies das Internet radikal verändern, denn nun würde auch hier Geld darüber entscheiden, wer sich letztendlich am Markt durchsetzen kann und kleine Start-ups hätte keine Chance mehr sich sukzessive mit kreativen Ideen am Markt behaupten zu können, denn sie würden sehr wahrscheinlich nicht das Geld für einen schnellen Transport aufbringen können.
Mittlerweile regt sich in der Netzgemeinde hiergegen Widerstand und so wurde z.B. die Initiative Pro Netzneutralität gegründet, die eine Abschaffung des Prinzips Netzneutralität versucht zu verhindern. Die Initiative wächst dabei täglich enorm an und wird von prominenten Internetaktivisten wie z.B. Sascha Lobo aber auch von Politikern unterstützt.
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