Auch außerhalb der Fachzeitschriften erregt das Thema Bot-Netzwerke und ihre Gefahren immer wieder die Aufmerksamkeit der Medien. Was genau ein solches Bot-Netzwerk ist und welche Gefahren hiervon sowohl für die Gesellschaft im Ganzen als auch für den normalen PC-Nutzer ausgehen, steht im Fokus des folgenden Blogs.
Im März letzten Jahres vermeldeten die Medien einen großen Erfolg im Kampf gegen die Internetkriminalität: Das Bot-Netzwerk Mariposa wurde abgeschaltet. Dabei zeigten die Behörden sich recht erfreut, dass der Betreiber hinter dem 13 Millionen Rechner umfassenden Netzwerk ein Kleinkrimineller war, der sich nicht bewusst war, welches Gefahrenpotenzial in seinem Netzwerk steckte. Der Laie fragt sich nun sicherlich, was ein solches Netzwerk ist und warum es so gefährlich ist.
Zu Ersterem lässt sich Folgendes sagen: Ein Bot-Netzwerk besteht aus Computern, die mit einer Schädlingssoftware infiziert worden sind. Dies kann z.B. ein Trojaner sein. Durch diese Schädlingssoftware wird dann der befallene Rechner zu einem Bot, also einer Art Zombierechner, der von außen manipuliert werden kann. Nun kann dieser Rechner bzw. Bot für unterschiedliche kriminelle Zwecke eingesetzt werden, wobei die Bandbreite recht groß ist:
So kann man ein Netzwerk aus mehreren Bot-Rechnern dazu nutzen, um Cyberattacken z.B. gegen die Server von bestimmten Firmen oder Regierungsinstitutionen zu starten. Wenn ein solcher Server dann mehrere zehntausend Anfragen auf einmal bearbeiten muss, bricht er zusammen und die Firma bzw. die Regierungsinstitution ist vom Web abgetrennt. Eine andere Möglichkeit, ein Bot-Netzwerk einzusetzen, besteht z.B. darin, Spammails über ein solches Netzwerk zu verbreiten. Auch ermöglicht ein solches Netzwerk es, auf zahlreiche Daten wie z.B. Bankdaten zuzugreifen.
Die durch Bot-Netzwerke verursachten Schäden sind enorm wie eine Studie des Frauenhofer Institutes, die im April dieses Jahres veröffentlicht wurde, belegt. Als Teil der Cyberkriminalität sind diese Netzwerke bereits jetzt schon ein Milliardengeschäft, das in der Zukunft noch weiter wachsen wird.
Der Privatanwender kann den Missbrauch des eignen Rechners als Zombierechner nur dann verhindern, wenn er eine aktuelle Antivirensoftware und eine vernünftige Firewall einsetzt. Auch sollte man regelmäßig die Sicherheitssoftware und Windows updaten, denn dies minimiert erheblich das Sicherheitsrisiko. Außerdem sollte man stets aufpassen, auf welchen Seiten man sich im Internet bewegt, denn meist verstecken sich auf obskuren Seiten Trojaner oder andere Schadsoftware, deren Übertragung auf einen Rechner die Voraussetzung dafür darstellt, dass man diesen in einen Bot umwandeln kann.
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Foto by Justin Marty (CC BY, flickr.com),